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„Innovationen? Das schaffen doch nur Großunternehmen!“
Das wäre wohl die Antwort, wenn man
eine Bevölkerungsumfrage machen würde. Viele trauen dem Mittelstand
nicht zu, die für Innovationen notwendigen Ressourcen aufzubringen.
Große Labors, aufwändige Testmöglichkeiten und unerschöpfliche
Forschungsbudgets – das ist die Domäne der ganz großen, multinationalen
Konzerne. Ein Mittelständler kann da sicherlich nicht mithalten. Das
hört sich plausibel an, ist aber falsch. Mittelständische
Unternehmungen haben gegenüber Großunternehmen nämlich nicht nur
Nachteile. Wäre die Wirtschaft nur eine Kostenfunktion und Innovation
nur eine Frage der Finanzkraft, so würde der Mittelstand wohl bald
verschwinden und nur wenige marktbeherrschende Monopolanbieter würden
den Konzentrationsprozess überleben – wie von Marx prognostiziert.
Dieser irrte jedoch auch hier: Empirisch beobachten wir in den meisten
Industrienationen einen innovati-ven und an Bedeutung gewinnenden
Mittelstand.
Skaleneffekte sind eben nicht alles. Ein immer wichtigerer
Erfolgsfaktor ist die Innovationsfähigkeit. Welche Zutaten braucht man
für Innovationen? Natürlich, man braucht Mittel, um Ideen in Prototypen
umzusetzen und diese zu vermarkten. Aber mindestens genauso wichtig
sind Erfindergeist, Kreativität und hohe Geschwindigkeit. Und hier
haben flexible Mittelständler oftmals systematische Vorteile gegenüber
Großunternehmen. In mittelständischen Unternehmen sind die Wege kürzer
und die Unternehmerpersönlichkeit hat einen wesentlich direkteren
Einfluss auf das Innovationsgeschehen.
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