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Neue Ideen gelingen durch Partnerschaften
Wissenschaft und Wirtschaft müssen
euroapaweit noch besser zusammenarbeiten. Das fordert Richard Lambert,
britischer Innovationsforscher, im Interview mit Impuls, dem Newsletter
der „Partner für Innovation“.
Impuls: Die „Partner für
Innovation“ wollen eine schnellere Umsetzung von Ideen in marktfähige
Innovationen. Ihre Einschätzung dieses Modells?
Lambert: Es ist klar, dass
Innovation kein geradliniger Prozess ist: Er umfasst jede Art der
Rückkopplung und des Kreislaufes von Informationen. Innovationen
gelangen nicht nacheinander vom Forschungslabor über die
Entwicklungsabteilung bis in die Hände der Verkaufsabteilung: Sie
springen hin und her, manchmal auf eine sehr unberechenbare Art –
Veränderungen hier und Verbesserungen da, bis sie endlich marktreif
sind. Also ist der beste Weg für die Entwicklung neuer Ideen über
Partnerschaften und Zusammenschlüsse, durch die Forscher,
Geschäftsleute und Geldgeber zusammenkommen können, um Lösungen
auszuarbeiten. So gesehen scheint die Initiative „Partner für
Innovation“ ein recht sinnvolles Modell.
Impuls: Wie fördert man in Großbritannien Innovationen?
Lambert: Auf nationaler und
regionaler Ebene werden große Anstrengungen unternommen, Netzwerke von
Forschern und Unternehmern zusammenzubringen. An einigen ist die
Regierung beteiligt. Andere arbeiten auf regionaler Ebene, zunehmend
durch die öffentlich finanzierten regionalen Entwicklungseinrichtungen.
Und manche sind völlig informell, wie eine sehr erfolgreiche Ballung
von Elektronikunternehmen rund um Cambridge.
Impuls: In Deutschland wurden viele Ideen entwickelt, die
erst in anderen Ländern anschließend erfolgreich vermarktet wurden. Ein typisch deutsches Problem?
Lambert: Es ist ein europäisches Problem. Genau dieselbe Klage ist in
Großbritannien und Frankreich zu hören: dass daheim brillante Ideen
entwickelt werden, nur um anderswo vermarktet zu werden – für
gewöhnlich in den USA. Die USA haben einige Vorteile: einen riesigen
Binnenmarkt, einen großen und zahlungsfähigen Kapitalmarkt, der
risikofreudige Unternehmen begünstigt, eine beträchtliche Anzahl
multinationaler Unternehmen. Aber Europa hat seine eigenen Stärken, wie
einen mannigfaltigen und sehr kreativen Wirtschaftssektor und
zunehmenden Wettbewerb auf den Märkten.
Impuls: Novartis baut sein neues Forschungszentrum in der Nähe der Harvard University. Was macht Europa falsch?
Lambert: Aus vielen Gründen
sind forschungsintensive Unternehmen zunehmend darauf aus, eher mit
Partnern von außen zusammenzuarbeiten als zu versuchen, ihre gesamte
Forschung unter ihrem eigenen Dach zu betreiben. Universitäten sind in
diesem Umfeld ideale Partner. Die besten von ihnen sind nach außen hin
aufgeschlossen und bekommen ständig Nachschub an neuen Talenten. Im
Bereich der Forschung verfügt Europa nicht über genügend Universitäten
von Weltklasse, und viele seiner Akademiker begreifen nur langsam, dass
Zusammenarbeit mit Unternehmen für alle sinnvoll sein kann.
Impuls: Was hemmt Innovationen – lässt sich das länderübergreifend sagen?
Lambert: Dies ist eine sehr umfassende Frage. Es gibt kulturelle
Gründe. Europa muss mehr Unternehmer hervorbringen, die bereit sind,
Risiken einzugehen. Zum anderen gibt es strukturelle Gründe: In
Großbritannien zum Beispiel fließt bei einer Vielzahl von Unternehmen
nur ein geringer Teil ihrer Mittel in Forschung und Innovation. Und es
gibt institutionelle Gründe: Ich habe bereits den Mangel an
Forschungsuniversitäten von Weltklasse erwähnt. Hier liegt
Großbritannien vor Deutschland.
Impuls: Wie kann Deutschland seine Innovationskraft verbessern?
Lambert: Es wäre vermessen von
mir, diese Frage zu beantworten. Deutschland hat einige großartige
Wissenschaftler im Bereich der Forschung und einige bedeutende
Unternehmen in diesem Bereich. Dennoch glaube ich, dass unsere beiden
Länder viel voneinander lernen können. Wir sollten mehr dafür tun,
unsere Ideen und Best-Practice-Erfahrungen miteinander zu teilen, und
zusammenarbeiten, um die innovativen Durchbrüche der Zukunft zu
entwickeln.
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